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Die Geschichte der Aborigines und ihre Herkunft

Woher kamen die australischen Ureinwohner?

australische ureinwohner aboriginesKeiner weiß so genau, woher die australischen Ureinwohner kommen. Wahrscheinlich kamen sie vor ca. 50.000 Jahren aus Asien. Damals war der Meeresspiegel noch viel niedriger als heute.

An der schmalsten Stelle war die zu überwindende Meerenge mit 90 km etwas breiter, als der Ärmelkanal zwischen England und Frankreich. So kann das Übersetzen gut erklärt werden.

Die Entdeckung Australiens

Als dann der Meeresspiegel anstieg änderte sich das Schicksal Australiens für viele tausend Jahre zu dem einer völlig isolierten Insel. Erst im 16. Jahrhundert brachten es Seefahrer fertig, dieses entlegene riesige Festlandmassiv (erdbebenfrei) wieder zu entdecken. Es wurde "terra australis" (südlicher Kontinent) genannt.

Die ersten europäischen Seefahrer, die Australien entdeckten, waren die Holländer. Sie waren jedoch enttäuscht, denn sie fanden keine der erträumten Schätze. So verloren sie schnell das Interesse. Erst die Engländer nahmen durch James Cook die Entdeckung dieses fremden Kontinents ernst.


thomas cookAm 29. April 1770 landete Caiptain James Cook in der Botany Bay nahe Sydney und nahm im Namen der englischen Krone die Ostküste unter dem Namen New South Wales in Besitz. Darauf folgte die intensive Besiedlung und die sofortige Verfolgung der australischen Ureinwohner.

Da diese sich nicht als ein Volk verstanden, sondern in viele verschiedene Stämme zergliedert waren, konnten sie keine einheitliche Front gegen die Invasoren bilden und mussten zurück stecken. Sie wurden von den Engländern brutal aus ihren angestammten Heimatregionen vertrieben, ähnlich wie die nordamerikanischen Indianer.

Das Leben der Aborigines vor der Kolonialisierung

Bevor die britischen Eindringlinge kamen, lebten die meisten Ureinwohner friedlich und glücklich in den milden und freundlichen Gebieten Ost-Australiens. Trotzdem lebten auch erstaunlich viele inmitten der glühend heißen Wüßte im roten Zentrum Australiens. Ein Stamm hatte 500 bis 700 Mitglieder, der in kleine Untergruppen von 20 - 50 Personen aufgeteilt waren.

Weil es viel Platz für alle gab, wurde nicht um Territorien gestritten. Man einigte sich auf bestimmte Geländemerkmale wie Berge oder Flüsse und sagte dann "bis dahin ist unser Land, dahinter ist euer Land." Ganz einfach. Als Jäger und Sammler bauten sie keine Häuser und trugen kaum Kleidung. Sie achteten aber sehr auf die Überlebensfähigkeit ihres Stammes und regulierten unter anderem die Geburten, weil eine Frau nicht mehr als 2 Kinder mit sich herum tragen konnte. Die Männer gingen auf die Jagd, die Frauen sammelten Früchte, Wurzeln, Insekten und so fort. Sie verstanden es, sehr effizient mit Feuer umzugehen und nutzten es nicht nur für die Nahrungszubereitung, sondern auch für die Kontrolle über die Vegetation.


Die australischen Ureinwohner waren untereinander mehr oder weniger gleich gestellt. Es gab zwar eine Aufgabenverteilung aber einen Häuptling, wie wir es von den Indianern kennen, gab es nicht, wohl aber Stammesälteste, auf die wegen ihres großen Wissens und ihrer Erfahrung gehört wurde.

Die Aborigines nach der Kolonialisierung

queensland 1906Bevor die Engländer Australien entdeckten, gab es geschätzt zwischen 300.000 und 500.000 Ureinwohner. Heute gibt es noch ca. 230.000, von denen aber nur noch 50.000 reinen Blutes sind ("full blood aborigines"). Die anderen wurden mit Weißen vermischt.

Bild rechts: australische Ureinwohner 1905

Leider hielten die Engländer ihr Versprechen nicht, sich in "Eintracht und Freundschaft" mit den Ureinwohnern zu arrangieren. Schnell wurden sie gierig und vertrieben die ursprünglichen Landbesitzer aus ihrer gewohnten Umgebung. Sie sprachen ihnen in ihrer Arroganz einfach den Besitz ihres eigenen Landes ab und gossen diesen Beschluss 1836 sogar in ein Gesetz. Sie behaupteten, die Ureinwohner wären unfähig das Land zu nutzen und hätten deshalb kein Anrecht, es zu besitzen. So waren sie heimatlos in ihrer eigenen Heimat.


Die Aborigines starben in großer Zahl durch Verfolgungen, Mord und durch von Europäern übertragene Krankheiten. Sie wurden sehr traurig und depressiv und wurden zudem auch noch von den Engländern als faul und antriebslos gescholten.

Da es im Weltbild der Ureinwohner keine Uhrzeit oder Termine gab und ihre eigentümliche Tradition, bei einem "Walkabout" auf unbestimmte Zeit irgendwohin zu verschwinden, hielt man sie für unzuverlässige Taugenichtse, auf die man nur geringschätzend herab blicken konnte. Schließlich zwangen ihnen die christlichen Missionare auch noch eine neue Religion auf, die ihnen gänzlich fremd war.

Viele Aborigines wurden so entwurzelt, da sie immer mehr ihre eigene Kultur vergaßen, sich in der Europäischen aber auch nicht heimisch fühlten. So flüchteten sie immer häufiger in den Alkohol und versuchten ihre Hoffnungslosigkeit zu ertränken.


Die Aborigines im 20. Jahrhundert

1961 wurde den Aborigines das Wahlrecht zugesprochen. Man begann zaghaft, sich um die Sorgen und Nöte der Ureinwohner zu kümmern, jedoch mit wenig Begeisterung. Erst 1972 mit der Wahl einer neuen Regierung wurden große Geldsummen zur Verfügung gestellt, um die medizinische Versorgung zu verbessern.

Dennoch ist es schockierend mit anzusehen, wie in nur 200 Jahren eine 50.000 Jahre alte Kultur von europäischen Siedlern weitgehend zerstört wurde. Auch heute gibt es noch weiße Rassisten in Australien, die die Ureinwohner als minderwertig ablehnen und verspotten. Wenigstens wurde 1976 das "Aboriginal Lands Right Act" erlassen, worauf einige wichtige Landstriche zurück geben wurden. Arnhemland im tropischen Norden Australiens ist ein Beispiel.

Australische Ureinwohner

Region Gruppenbezeichung
Osten Murri
Südosten Koori
Süden Nanga
Südwesten Nyungar
Westen Wonghi